
In der modernen Gewächshaustechnik spielen Schattierungen eine zentrale Rolle. Sie schützen Pflanzen vor übermäßiger Sonneneinstrahlung, verbessern das Lichtklima im Gewächshaus und tragen zur Energieeinsparung bei. Doch viele Betreiber fragen sich: Wie genau verändern Schattierungen das Licht im Innenraum? Und ebenso wichtig: Sind sie für alle Pflanzenarten gleichermaßen geeignet?
Die Antwort lautet: Schattierungen sind ein äußerst wirkungsvolles Instrument, aber ihre Anwendung muss gezielt geplant werden. Unterschiedliche Kulturen benötigen individuell angepasste Lichtintensitäten. Im folgenden Beitrag beleuchten wir, wie Schattierungen das Lichtklima beeinflussen, welche technischen Lösungen es gibt und für welche Pflanzenarten sie ideal sind.
Warum ist das Lichtklima im Gewächshaus so entscheidend?
Licht ist einer der wichtigsten Wachstumsfaktoren im Pflanzenbau. Sowohl die Lichtintensität als auch die Lichtverteilung beeinflussen:
- die Photosynthese,
- das Pflanzenwachstum,
- die Bildung von Blüten und Früchten,
- die Qualität und Farbe der Kulturen.
Ein ausgewogenes Lichtklima im Gewächshaus ist daher entscheidend, um gesunde und ertragreiche Pflanzen zu produzieren. Schattierungen helfen dabei, extreme Schwankungen zu verhindern und ein konstantes, pflanzenfreundliches Umfeld zu schaffen.
Wie beeinflussen Schattierungen das Licht im Gewächshaus?
Reduzierung der Lichtintensität
Schattierungsgewebe oder Schattierungsschirme reduzieren die direkte Sonneneinstrahlung. Dadurch wird verhindert, dass Pflanzen überhitzen oder Verbrennungen an den Blättern erleiden. Je nach Material lassen sich 30 % bis über 80 % Lichtreduktion erreichen.
Verbesserung der Lichtverteilung
Moderne Schattierungen bestehen oft aus reflektierenden Materialien, die das einfallende Licht streuen.
Dies sorgt für:
- eine gleichmäßigere Ausleuchtung,
- weniger Schattenbereiche,
- homogeneres Wachstum der Pflanzen.
Schutz vor Hitzeeinwirkung
Indem ein Teil des Sonnenlichts abgefangen wird, sinken auch die Temperaturen im Gewächshaus. Besonders an extrem heißen Sommertagen ist dieser Effekt entscheidend.
Steuerung des Tagesklimas
Einige Schattierungssysteme sind gleichzeitig Energieschirme. Sie helfen, nachts Wärme im Gewächshaus zu halten und tagsüber überschüssiges Licht zu regulieren. Das Ergebnis ist ein sehr stabiles Mikroklima, unabhängig von Wetterextremen.
Sind Schattierungen für alle Pflanzenarten geeignet?
Grundsätzlich ja – allerdings nicht in gleicher Intensität. Jede Pflanzenart hat einen individuellen Lichtbedarf.

Pflanzen, die eine höhere Schattierung bevorzugen
Zu den kulturen mit geringer Lichttoleranz zählen:
- Farnarten
- Anthurien
- Orchideen
- Salat, Spinat und andere Blattgemüse
- Beerenjungpflanzen
Diese Pflanzen profitieren deutlich von Schattierungen, da sie in ihrer natürlichen Umgebung ebenfalls im Halbschatten wachsen.
Pflanzen, die mittelstarke Schattierungen benötigen
Viele Zierpflanzen und Nutzpflanzen benötigen moderates Licht, zum Beispiel:
- Tomaten (je nach Entwicklungsphase)
- Gurken
- Kräuter wie Basilikum oder Petersilie
- Chrysanthemen
- Jungpflanzen diverser Kulturen
Hier sorgt eine adaptive Schattierung für ein optimales Lichtklima.
Pflanzen, die volle Sonne bevorzugen
Es gibt Kulturen, die nur wenig oder gar keine Schattierung benötigen:
- Paprika
- Auberginen
- Sonnenliebende Kräuter wie Rosmarin
- Mediterrane Pflanzen
Für diese Arten wird meist nur eine leichte Schattierung genutzt – oder sie wird komplett geöffnet, sobald die Lichtintensität es zulässt.
Welche Arten von Schattierungen gibt es?
Mobile Schattierungsschirme
Sie lassen sich öffnen und schließen – manuell, motorisiert oder automatisiert.
Vorteile:
- flexibel,
- sehr präzise steuerbar,
- ideal für wechselnde Wetterbedingungen.

Fest installierte Schattierungsgewebe
Wird häufig bei Folientunneln oder kleineren Gewächshäusern eingesetzt.
Vorteile:
- kostengünstig,
- robust.
Nachteil: - weniger flexibel.
Energieschirme mit Schattierungsfunktion
Kombinieren Lichtreduktion mit Energieeinsparung.
Sie sind besonders in professionellen Gewächshäusern beliebt.
Steuerung des Lichtklimas: Manuell, halbautomatisch oder automatisch?
Für die optimale Anwendung von Schattierungen ist die richtige Steuerung entscheidend.
Manuelle Steuerung
Geeignet für kleine Betriebe oder Hobbygewächshäuser.
Halbautomatische Systeme
Schirme öffnen oder schließen per Motor – gesteuert durch einfache Schalter oder Zeitsteuerungen.
Vollautomatische Systeme
Hier übernehmen Sensoren und Klimacomputer die gesamte Regulation des Lichtklimas im Gewächshaus.
Sie messen:
- Lichtintensität,
- Temperatur,
- Luftfeuchtigkeit,
- Tageszeit.
Automatische Systeme sind besonders für professionelle Betriebe unverzichtbar, da sie beste Pflanzenqualität gewährleisten.
Rolle eines Spezialisten für Gewächshaustechnik
Ein erfahrener Anbieter unterstützt bei:
- der Auswahl des passenden Schattierungssystems,
- der gesundheitsfördernden Lichtplanung für jede Pflanzenart,
- der Installation und Wartung,
- der Integration in bestehende Klimasteuerungen.
Damit erhalten Betreiber ein effizientes und langfristig optimiertes Lichtklima im Gewächshaus.
Fazit
Schattierungen haben einen enormen Einfluss auf das Lichtklima im Gewächshaus. Sie reduzieren Lichtintensität, verbessern die Lichtverteilung und schützen Pflanzen vor Hitze. Für jede Pflanzenart lässt sich ein individuell passendes Schattierungskonzept entwickeln – von lichtempfindlichen Zierpflanzen bis hin zu sonnenliebenden Kulturen.
Wer langfristig optimale Ernteergebnisse erzielen möchte, sollte daher auf ein präzise geplantes und professionell installiertes Schattierungssystem setzen. Eine spezialisierte Firma für Gewächshaustechnik ist hierbei der ideale Partner, um ein gesundes, produktives und effizientes Pflanzenklima zu schaffen.
